Online-JugendNetzwerkDialoge im Innviertel und Salzkammergut zu den Auswirkungen der Corona Pandemie auf Jugendliche

Über 30 Personen aus sozialen Organisationen, Institutionen, Schulen und Betrieben nahmen an zwei JugendNetzwerkDialogen zum Thema „Auswirkungen der Corona Pandemie auf Jugendliche“ teil. Zwei anstelle der ursprünglich 12 geplanten Dialoge in OÖ wurden als Online-JugendNetzwerkDialoge abgehalten. Es war dem Team des Jugendnetzwerkes ein Anliegen den Netzwerkpartnern/-innen Zeit und Raum für einen Austausch anzubieten. Das Corona-Virus hat in den vergangenen Wochen unser Leben in vielen Bereichen stark verändert. Sowohl in der Arbeitswelt, der Ausbildung und der Betreuung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind Umstellungen nötig geworden. Ausgewählte Partner/-innen gaben Einblicke, wie sich die Arbeit mit den Jugendlichen in Zeiten von „Social Distancing“, Distance Coaching, Home Office und nun wieder Rückkehr in die Einrichtungen gestaltet.

 

Die Bezirksstellenleiter der Arbeiterkammer, Stefan Wimmer, Martin Kamrat und Michael Weidinger gaben Einblicke in dramatische Entwicklungen am Arbeitsmarkt für Jugendliche. Im Bezirk Vöcklabruck kam es zu einer Verdreifachung der arbeitslos gemeldeten Personen unter 25 Jahren. Jugendliche mit keiner oder nur einer Ausbildung sind von Arbeitslosigkeit ganz stark betroffen. Wie sich der Lehrstellenmarkt tatsächlich entwickelt wird sich im Sommer zeigen. Die Hälfte der Betriebe in Vöcklabruck ist in Kurzarbeit und diese wird auch um drei Monate verlängert.

Netzwerkpartner/innen berichten in den Online-JugendNetzwerkDialogen von ihren Erfahrungen

Der Schulleiter der PTS Braunau, Günter Haider zeigt sich sehr erfreut, dass Schüler/-innen und Eltern die Schule und die Arbeit der Lehrer/-innen durch die Krise wertschätzen lernten. Obwohl Herr Haider ganz klar den Nutzen der Digitalisierung für die Jugendlichen erkennt, betont er stark wie wichtig die persönlichen Beziehungen in der Schule für die Kinder sind. Die Schulpsychologinnen aus beiden Gebieten wiesen darauf hin, dass die zeitliche und räumliche Beengtheit in den Familien zu vielen Spannungen zwischen Jugendlichen und Eltern führten.

Weiters brauchen junge Menschen ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Selbstorganisation um Tagesstrukturen und Motivation aufrechtzuerhalten. Ohne der verständnisvollen Unterstützung durch die Eltern schaffen es Jugendliche oftmals sehr schwer sich dazu aufzuraffen ihre täglichen Arbeitsaufträge zu erledigen. Der Grund dafür liegt oftmals beim Wegfallen der persönlichen Kontakte zu ihren Peergroups. Dazu kommen noch vielfältige Zukunftsängste. Viel Verständnis, kein Leistungsdruck und Optimismus sind sehr wichtig, um die Jugendlichen aus dieser Krisenzeit hinauszubegleiten.

Die Gesprächspartnerinnen aus den AusbildungsFit Projekten in Mattighofen, Attnang und dem Salzkammergut klagten, dass die fehlende technische Ausstattung im ländlichen Raum für viele Jugendliche eine große Herausforderung war. Fehlende Laptops und Drucker oder eine schlechte Internetverbindung waren dabei die größten Problemfelder. In vielen Familien existieren keine geeigneten Geräte oder die Jugendlichen mussten den Computer mit anderen Familienmitgliedern teilen.

Die Coaches nehmen sich viel Zeit und gehen in der Betreuung sehr individuell auf die Bedürfnisse der Jugendlichen ein. Im Vordergrund steht die Aktivierung, Gestaltung der Tagesstruktur und Bewegung der jungen Menschen. Viele meldeten zurück, dass sie sehr dankbar waren für die kreativ gestalteten Arbeitsaufträge.

Herausforderungen der Berufsschulen

In der Berufsausbildungsassistenz war es sehr herausfordernd die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Kommunikation in den Berufsschulen zu regeln. Deswegen war es auch nicht immer einfach die Lehrlinge beim Distance Learning zu unterstützen. Frau Engelhardt erkennt aber auch die Chance für manche Berufsschüler/-innen. Die Jugendlichen konnten die Arbeitsaufträge in ihrem Rhythmus und mit mehr Zeit in Ruhe erledigen. Es war eine große Herausforderung mit allen Jugendlichen, den Eltern und den Betrieben in gutem Kontakt zu sein. Weiters alle über die aktuellen Bestimmungen und Gesetze zu informieren und all den Unsicherheiten und Ängsten zu begegnen.

Die Mitarbeiterinnen von der KOST OÖ berichteten, dass im Rahmen des Ausbildungspflichtgesetzes die Fristen und auch die Sanktionen ausgesetzt waren. Die Beratungen der Jugendlichen und der Erziehungsberechtigten wurden telefonisch oder online durchgeführt.

Besser durch die Corona-Krise mit dem AK-Zukunftsfonds

Home Office
Photo by John Schnobrich on Unsplash

Die Corona-Krise fordert Unternehmen, soziale Vereine, Beschäftigte, Lehrlinge und Jugendliche. Die Arbeiterkammer will helfen. Daher hat sie ihren AK-Zukunftsfonds, der schon bisher viele Betriebe dabei unterstützt hat, Arbeitsbedingungen in der digitalen Welt zu verbessern, aufgestockt. Verstärkt gefördert werden aktuell zum Beispiel Home Office-Projekte und Projekte der Betriebsratsarbeit.

Bereits vor der Krise starteten im Rahmen des AK-Zukunftsfonds binnen eines Jahres 35 Projekte in oberösterreichischen Betrieben. 18.000 Beschäftigte profitieren bereits davon. Idee des AK-Zukunftsfonds ist es, Arbeitnehmer/-innen dabei zu unterstützen, mit der Digitalisierung zurecht zu kommen und sogar davon zu profitieren. Dieser Grundgedanke bekommt gerade während der Corona-Krise, in der viele Unternehmen und Arbeitnehmer/-innen mit ungewohnten und oft völlig neuen Formen der Zusammenarbeit und Organisation konfrontiert sind, eine besondere Bedeutung.

Unternehmen, Vereine oder Betriebsräte, die die Möglichkeit zur Heimarbeit verbessern oder die Kommunikation im Betrieb modernisieren wollen, sind nun eingeladen, sich bei der Arbeiterkammer Oberösterreich um eine Projektförderung durch den AK-Zukunftsfonds zu bewerben. Die Zielgruppe der Förderungen sind AK-Mitglieder. Falls Sie jemanden kennen (Betriebe, Betriebsrat, Verein etc.), für den eine Sonderförderung im Rahmen des AK-Zukunftsfonds hilfreich wäre, bitten wir Sie, diesen Artikel weiterzuleiten. Nähere Informationen zum AK-Zukunftsfonds, zu Förderbestimmungen und -voraussetzungen sowie Förderanträge finden Sie auf arbeitmenschendigital.at.

Wir wünschen Ihnen alles Gute und wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

„Home Office“ des AK Di@log – Serviceangebote weiterhin verfügbar

Der Di@log goes Home Office. Vielerorts gehört das Home Office mittlerweile zur Tagesordnung. Durch die Umstände gegeben muss auch der Di@log der Arbeiterkammer Oberösterreich den gleichen Weg gehen. Dabei wird ein Großteil der Arbeit von zu Hause verrichtet. Das Home Office als Schutz vor den Gefahren des COVID 19 Erregers heißt aber nicht, dass man auf das gesamte Angebot des Di@logs verzichten muss.

Junge Frau lernt am Computer mit hochgestreckten Armen
Photo by Annie Spratt on Unsplash

Obwohl Di@log Workshops momentan nicht möglich sind, kann sich an einer Reihe an Angeboten auch von der Sicherheit und dem Komfort der eigenen vier Wände erfreut werden. Das Serviceangebot wird auch weiterhin aufrecht erhalten. Es umfasst unter anderem die Jopsy App, Unterrichtsmaterialien für Lehrer und die digitale Bibliothek der AK Oberösterreich.

Mit der App Jopsy können SchülerInnen spielerisch leicht einen bild-basierten Interessen-Check erledigen (eine Schritt-für-Schritt Anleitung finden sie hier). Dabei sollen sie vor allem motiviert werden mehr über ihre eigenen Stärken, Interessen und Erwartungen an ihren zukünftigen Beruf nachzudenken. Das Ergebniss wird in einem Portfolio zusammengefasst und kann danach leicht per E-Mail verschickt und mit den Eltern besprochen werden. Die App ist sowohl für Android als auch iOS erhältlich.

Mit den Unterrichtsmaterialien lassen sich sowohl spielerische Erkundungen der eigenen Vorratskammer als auch substanzielle Unterrichtsthemen behandeln. Diese reichen von Berufsorientierung bis zu Arbeit und Konsum.

Mit der digitalen Bibliothek stehen ihnen mehr als 50.000 eMedien zur Verfügung. Darunter befinden sich sowohl Bücher, Sprachkurse aber auch Hörbücher. Das gesamte Angebot steht für eine Vielzahl an Nutzer kostenlos zur Verfügung.