«Digitaler Fernunterricht» während der Corona-Pandemie – Eine Kurzfassung

Sprecher am PodiumDer Bildungsforscher Dr. Stadelmann geht in seinem Artikel (die Langfassung finden sie HIER) auf die möglichen Auswirkungen der Corona Krise für Schülerinnen und Schüler ein. Da in vielen Ländern der digitale Fernunterricht zuvor nicht flächendeckend eingesetzt wurde, stehen viele Schulen vor großen Herausforderungen.

Akzeptanz und Hindernisse durch digitalen Fernunterricht

Die Akzeptanz für das neue Angebot ist zwar vielerorts vorhanden, stößt aber bei vielen Schülern und Eltern auf ganz andere Hindernisse.  Fehlende technische Infrastruktur führt dazu dass manche Schülerinnen und Schüler unfair benachteiligt werden. Nimmt man dazu noch die sozioökonomischen Nachteile, die manche Kinder generell schon erleben, spricht Dr. Stadelmann von einer sogenannten „Chancenungerechtigkeit“.  Er geht auch davon aus, dass digitales Lernen momentan zwar enormes Potenzial besitzt, warnt aber davor Rufe nach „lernen ohne Lehrer“ zu laut werden zu lassen.

Er fordert daher Chancengerechtigkeit. Das bedeutet dass jedes Kind, unabhängig von der Herkunft, dem Geschlecht, Bildungsstandard der Eltern und anderen beeinflussenden Faktoren, die Möglichkeit erhält, sein eigenes Potenzial frei zu entfalten. Dabei muss es sich optimal entwickeln mithilfe von Lehrpersonen in Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus aufwachsen.

Die Rückkehr zum Normalbetrieb als Chance sehen

Dr. Stadelmann sieht vor allem die Zeit nach Corona als sehr wichtig. Die Rückkehr zum „Normalbetrieb“ sollte von den Schulen genutzt werden. Es sollten durch Tests gestützte individuelle Standortbestimmung der Kinder durchgeführt werden. Dabei sollen keine Noten ausgeteilt werden. Die Tests sollen dazu dienen herauszufinden  welche Förderungen das Kind in Zukunft braucht, um seine Bildungsziele zu erreichen. Stadelmann plädiert des Weiteren dafür Überlegungen bezüglich der Erfüllung der Lehrpläne durchzuführen.

Abschließend ruft sowohl Schülerinnen, Schüler und auch deren Eltern dazu auf aus dieser momentanen Sondersituation zu lernen. Dabei soll bedacht werden wie wichtig Schulen und der Unterricht sind.  Vor allem auch der einhergehende soziale Kontakt solle dabei bedacht werden. Im Speziellen soll sich vor Augen geführt werden, wenn man bedenkt welche Auswirkungen er auf Attribute wie Verlässlichkeit, Stabilität und Sicherheit in Zusammenhang mit dem Lernen bietet.

Ein weiteres Interview mit Prof. Dr. Stadelmann können sie HIER nachlesen.