Corona macht Lehrstellen zur Mangelware – Eine Kurzfassung

Die Jugendarbeitslosigkeit in Österreich lag in den letzten Jahren unter dem EU-Schnitt. Die Zahlen dafür sind mitunter im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass viele Jugendlichen eine Lehre absolvierten. Die Corona Krise hat jedoch auch hier markante Spuren hinterlassen.

Durch den Lockdown mussten viele Betriebe ihre Arbeit einstellen. Bereits ab März konnten aber auch Lehrlinge in die Kurzarbeit geschickt werden. Diese Maßnahme verhinderte allerdings nicht dass im Mai 2020 annähernd 4000 Lehrlinge mehr auf der Suche nach einer Lehrstelle waren als noch ein Jahr zuvor. Im Juni entspannte sich die Situation zwar ein wenig, jedoch nicht so stark wie es gern gewünscht. Aktuell sind in etwa 2000 Lehrlinge mehr auf der Suche nach einer Stelle, als dies im Juni 2019 der Fall war.

Coronabedingte Lehrstellensuche betrifft besonders Tourismus, Metall- und Elektroberufe sowie Büroberufe 

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Der am stärksten betroffene Sektor ist der Fremdenverkehr. Im Juni befanden sich circa 22,5 % mehr Lehrlinge auf der Suche nach einer freien Stelle, als noch ein Jahr zuvor. Der Lockdown, verordnete Schließungen, sowie generelle Nachfrageausfälle in den Monaten März, April und Mai hat in vielen Tourismusbetrieben zur Auflösung von Lehrstellen geführt.

Ähnlich drastisch wie im Fremdenverkehr verhalten sich die Lehrlingszahlen in den Metall-/ Elektroberufen (Rückgang offener Stellen: -10,9%; Anstieg an Suchenden: +36,7 %) und bei Büroberufen (Rückgang offener Stellen: -20,9%; Anstieg an Suchenden: +48,6%) . Die anherrschende Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung, der Geschäftsrückgang der letzten Monate und die Tatsache dass Homeoffice bei Lehrlingen weniger sinnvoll  ist bei Kurzarbeit gelten als Erklärungen für die vorliegenden Zahlen. Es darf dabei nicht vergessen werden, dass die Statistik noch schlimmer ausgefallen wäre wenn Lehrlinge vom Kurzarbeitsmodell ausgeschlossen worden wären.

Konkrete Maßnahmen statt kurzfristiger Rettungen

Durch die Corona-Krise hat sich gezeigt, wie wichtig aktive Arbeitsmarktpolitik ist.  Doch eine kurzfristige Rettung der bestehenden Lehrlingsplätze stellt dem eigentlichen Problem nichts gegenüber. Das blinde Vertrauen in die Wirtschaft oder großzügige Einmalzuschüsse schaffen keine neuen und notwendigen Lehrstellen. Wichtig ist dass man den Start ins Erwerbsleben erleichtert und verbessert, da bestehende Studien belegen, dass Unterbrechungen im Erwerbsleben lange Nachwirkungen haben können. Die Auswirkungen reichen von Depressionen bis zu einem Abfall des Lebenseinkommens. Daher müssen Unternehmen gerade jetzt animiert werden nicht auf Lehrlinge zu verzichten. Eine Verstärkung der Investierung in die Ausbildung von Lehrlingen steuert nicht nur gegen die momentane Krise, sondern auch gegen den generellen Fachkräftemangel.

Den ganzen Artikel zu diesem Thema von Thomas Moldaschl finden sie HIER.

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