Veranstaltungsrückschau Ich seh‘, ich seh‘, was du nicht siehst. Potenziale und Begabungen junger Menschen entdecken und fördern!

Rund 240 Menschen aus ganz Oberösterreich folgten am 7. November 2019 der Einladung der Jugendnetzwerke der Arbeiterkammer Oberösterreich, um sich gemeinsam darüber Gedanken zu machen, wie man Potenziale und Begabungen junger Menschen entdecken und fördern kann. Unter dem Veranstaltungstitel „Ich seh´, ich seh´ was du nicht siehst…“ ging es gezielt um die Frage, wie insbesondere Jugendliche aus bildungsfernen und einkommensschwachen Familien gefördert werden können.

Der Grad der Bildung wird in Österreich innerhalb einer Familie nach wie vor weitergegeben. Meist erreichen Jugendliche und junge Erwachsene keinen höheren Bildungsabschluss als ihre Eltern. Genau so steht es um die Möglichkeiten der Potenzialentfaltung und wenn es darum geht, Begabungen zu entdecken. Hierzulande ist Potenzialförderung Privatsache, obwohl es eigentlich die Aufgabe der Gesellschaft wäre, allen Jugendlichen dieselben Chancen und Möglichkeiten einzuräumen.

Die eigenen Fähigkeiten zu kennen ist ausschlaggebend für den Bildungs- und Berufsweg junger Menschen. Nur wenn sie genau wissen, was sie gut können, werden Jugendliche ihre Begabungen im Berufsleben nutzen können.

Die Jugendnetzwerke durften bei der Tagung zwei Kapazunder begrüßen, wenn es um Lernen und Potenzialentfaltung geht: Der Schweizer Pädagoge und Naturwissenschaftler Prof. Dr. Willi Stadelmann und Ali Mahlodji, Buchautor, Gründer der Berufsorientierungsplattform whatchado sowie EU-Jugendbotschafter teilten ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit den Anwesenden. Ihre Referate können unter https://www.jugendnetzwerk-ooe.at/downloads/#videos nachgesehen werden.

Umrahmt wurde die Veranstaltung durch die Tanzeinlage von jungen Menschen, die vom Verein Miteinander GmbH kamen, sowie der Peacepainting-Ausstellung. Dabei wurden Bilder ausgestellt, die Jugendliche zum Thema Demokratie und Frieden malten.

Das Fazit der Veranstaltung lautet folgendermaßen: De facto gibt es keine Gene, die Begabungen und Talente vorschreiben. Werden Talente entdeckt, können sie sich nur entwickeln, wenn jene gezielt gefördert werden, ansonsten gehen sie verloren. Lernen funktioniert nur durch soziale Interaktion mit anderen. Viele Eltern schreiben der Digitalisierung zu viel Bedeutung bei indem sie glauben, dass Kinder an Tablets oder durch Computerspiele etwas lernen können. Spielen, Sprechen, Singen und sich mit Kindern in der Natur aufhalten sind die besten Methoden, um Kinder zu fördern. Es geht darum, möglichst alle Sinne in ihrer Wahrnehmung zu erziehen.

Liegen Potentiale brach, bedeutet das auch hohe Kosten für die gesamte Gesellschaft und den Staat. Jugendliche, die im Berufsleben nicht integriert sind können auch nicht am kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Leben teilhaben. Viele Berufsorientierungsangebote sind dabei nicht neutral und lenken Jugendliche bewusst in Richtung Lehre oder weiterführende Schule.

Die Jugendnetzwerke der Arbeiterkammer OÖ wollen der Ausgrenzung von Jugendlichen entgegenwirken und vernetzen im gesamten Bundesland um die 1200 Menschen, die am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt arbeiten mit dem Ziel, die Chancen junger Menschen auf den Berufsausbildungseinstieg zu erhöhen.

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Resümee – JugendNetzwerkDialoge Frühjahr 2019

Resümee – JugendNetzwerkDialoge Frühjahr 2019

Resilienzförderung in der Jugendarbeit

Im Rahmen der Jugendnetzwerke der Arbeiterkammer OÖ treffen sich regelmäßig soziale Organisationen, Institutionen, Betriebe und Schulen in allen oberösterreichischen Regionen, um ausgrenzungsgefährdeten Jugendlichen bessere Chancen für den Einstieg in die Berufsausbildung zu ermöglichen.

10 Vernetzungstreffen haben im Frühjahr in allen Regionen Oberösterreichs stattgefunden und wurden sehr gut besucht. Über 350 Netzwerkpartner/-innen widmeten sich dem Thema der „Resilienzförderung in der Jugendarbeit“. Die zentrale Fragestellung der JugendNetzwerkDialoge war, welche Aktivitäten Schulen, Betriebe sowie arbeitsmarktpolitische Unterstützungsangebote setzen können, um Jugendliche zu stärken und ihre Resilienz zu erhöhen. Um das Thema Resilienz auch aus der praktischen Perspektive zu beleuchten, gab es Erfahrungsberichte von unseren Netzwerkpartnern/-innen, die konkrete Beispiele aus dem Schul- und Betriebsaltag präsentierten. Der theoretische Input zum Thema Resilienz kam aus der Schulpsychologie der Bildungsdirektion OÖ.

Resilienz ist die psychische Widerstandsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen gegenüber belastenden Lebensbedingungen und Entwicklungsrisiken. Aus der wissenschaftlichen Perspektive gesehen gibt es fördernde Faktoren sowie Risikofaktoren. Positive Beziehungen, Erfolgserlebnisse und ein gesundes Stärkenbewusstsein sorgen dafür, Herausforderungen erfolgreicher zu meistern. Risikofaktoren wie Armut, Ausgrenzung oder Entmutigung können die Entwicklungsphase der Kinder erheblich beeinträchtigen.

Resilienz kann man erwerben und stets weiterentwickeln. Sie ist kein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal, sondern eine dynamische Anpassungsfähigkeit, die in lebensgeschichtlichen Lernprozessen erworben wird. Deshalb ist es wichtig, dass sich Schulen sowie Unternehmen dessen bewusst sind, dass sie einen wesentlichen Beitrag dazu leisten können, um jungen Menschen auf die Beine zu helfen und sie zu stärken.

Schul- und Betriebsvertreter/-innen betonen, wie wichtig ein intensiver Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen ist, um sie möglichst individuell begleiten zu können. Für Schulvertreter/-innen liegt der Fokus auf Gesprächs- und Beziehungskultur. Sie legen besonders viel Wert, dass die Kinder und Jugendlichen die Komfortzone verlassen und die Wachstumszone stärken, indem sie Verantwortung übernehmen.

In Betrieben wird Gemeinschaft und Zusammenhalt großgeschrieben. Es werden zahlreiche Aktivitäten und Exkursionen angeboten, um unter anderem Teamgeist und Selbstvertrauen der Jugendlichen zu stärken. Außerdem ist es ihnen wichtig, die Stärken der Jugendlichen sichtbar zu machen, ihre Erfolge aufzuzeigen, Lob und Anerkennung auszusprechen.

Forderungen der Arbeiterkammer Oberösterreich

  • Angebote müssen niederschwelliger gestaltet und durch breit gefächerte, zielgruppenorientierte Information bekannter gemacht werden
  • Bewusstsein der Lehrkräfte und Lehrlingsausbildner zum Thema Resilienz durch Qualifizierungsmaßnahmen stärken
  • Sensibilisierung der Lehrkräfte und Lehrlingsausbildner für interkulturelle und kulturspezifische Bedarfe
  • Für Schulen mit besonderem Bedarf müssen die Ressourcen gezielt erhöht werden (Chancen-Index für das österreichische Schulsystem)
  • Kurze Betreuungsangebote sind oft nicht zielführend. Daher müssen längere Begleitung und Betreuung der Jugendlichen ermöglicht werden
  • Engere Vernetzung der Schulen und Betriebe mit sozialen Institutionen
  • Neue innovative Ansätze für mehr Elternarbeit in Schulen, Betrieben und sozialen Einrichtungen

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Traunsee_News

Salz  TV

Bezirksrundschau Salzkammergut

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Braunau Warte

Mein Bezirk Ried i. I.

Mein Bezirk Schärding

Mühlviertel:

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Veranstaltungsrückschau: Smarte Jugend! Smarte Zukunft? Zwischen Hype und Hysterie

250 Personen aus sozialen Organisationen, Schulen und Betrieben folgten der Einladung der Jugendnetzwerke in die Arbeiterkammer Linz und diskutierten gemeinsam zum Thema „Ausgrenzungsgefährdete Jugendliche und Digitalisierung“.

Digitale Kompetenzen werden in der Arbeitswelt vorausgesetzt und insbesondere schwächere Jugendliche, die bereits Schwierigkeiten bei der Aneignung von Basiskompetenzen wie Lesen, Schreiben, Rechnen haben, brauchen hier besondere Unterstützung. Die Bedienung eines Smartphones bedeutet noch lange nicht, digital kompetent zu sein. Jugendliche müssen insbesondere lernen, digitale Technologien bewusst und verantwortungsvoll zu nutzen.

Der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler und ehemals gelernter Tischler DDr. Nikolaus Dimmel von der Universität Salzburg beleuchtete bei der Konferenz die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt und im Besonderen auf ausgrenzungsgefährdete Jugendliche. Er meint, dass die Automatisierung von Jobs eher in der Industrie und in wenigen, ausgewählten Branchen und Bereichen der mittleren Unternehmen stattfindet und diese Digitalisierungsentwicklungen bereits ein hohes Ausmaß an Ausschöpfung erreicht haben.

Dennoch gibt es Gewinner und Verlierer der Digitalisierung und ausgrenzungsgefährdete Jugendliche gehören definitiv zur zweiten Gruppe dazu. Dimmel betont, dass die Verteilung des Nutzens der Digitalisierung keine Technik- sondern eine Machtfrage sei. Die Digitalisierung verschiebt die Kräfte von der Arbeitnehmer- weiter zur Arbeitgeberseite hin. Um schwächere Jugendliche in die Arbeitswelt zu integrieren braucht es die entsprechende gesellschaftliche und öffentliche Verantwortung dahingehend, dass es viele Menschen gibt, die in ihrem Beruf lediglich einfache Tätigkeiten verrichten können und wollen. Ein inklusives Bildungssystem würde Benachteiligungen entgegenwirken und der Status einer Familie würde nicht mehr ausschlaggebend sein für (nicht) erreichte Bildungsabschlüsse.

Diese Ergebnisse wurden in Folge an fünfzehn Tischen diskutiert. An jedem Tisch entstand eine individuelle, konkrete Idee die dazu beitragen soll, ausgrenzungsgefährdete Jugendliche im digitalen Arbeitsweltwandel zu unterstützen.

Das Video des Vortrages von Prof. Nikolaus Dimmel finden Sie hier.

Projektideen:

Workshop Umgang mit digitalen Medien

Ankerpersonen-Projekt

Info Workshop Medienkompetenz

Wir teilen Wissen!

Schnuppern 4.0

Generationen Treff

Mentorsystem Leuchtturm

Wer bin ich offline?

Office 4 U – go4job!

Digitaler Infopool

Handyfreie Zone

AMS meets NMS

Begleitung – Mentor

Teillehre/Berufsausbildung attraktivieren

Open Space im Salzkammergut

Presseniederschlag:

HEUTE_2018 11 05

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Veranstaltung: Was kann Arbeitsmarktpolitik leisten? – Ein Blick über den Tellerrand

Veranstaltung: Was kann Arbeitsmarktpolitik leisten? – Ein Blick über den Tellerrand

Die Arbeiterkammer Oberösterreich lädt Sie sehr herzlich zur Konferenz

 „Was kann Arbeitsmarktpolitik leisten? Ein Blick über den Tellerrand“

ein, die am Montag, den 4. Juni 2018 in der Tabakfabrik, Schule des Ungehorsams, Eingang L1, Ludlgasse West, 4020 Linz
und am Dienstag, den 5. Juni 2018 in der Arbeiterkammer Linz, Volksgartenstraße 40, Kongresssaal, stattfindet

Arbeitsmarktpolitik sichert gegen soziale Risiken ab, erweitert die Gestaltungsmöglichkeiten in Erwerbsbiografien, federt die Folgen des Strukturwandels ab und leistet entscheidende Beiträge zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit. Aktuell steht die österreichische Arbeitsmarktpolitik im Zentrum politischer Auseinandersetzung. Der Vorwurf steht ihm Raum, dass Arbeitsmarkpolitiken anderer Länder erfolgreicher bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit seien. Doch stimmt das auch?

Bei dieser Konferenz werden internationale Vergleiche angestellt, Erfolgsmodelle diskutiert und Schlussfolgerungen für Österreich abgeleitet. Darüber hinaus können bei Exkursionen Einrichtungen der Arbeitsmarktpolitik besucht werden.

Zum Programmablauf
Zur Anmeldung

Weitere Informationen zur Konferenz per Telefon unter +43 (0)50 6906-2429 oder per E-Mail unter arbeitsmarktpolitik@akooe.at

Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird empfohlen.

Jugendnetzwerk OÖ: Regionale Dialoge zum Thema „Generation Z“

Das Jugendnetzwerk OÖ veranstaltete im Herbst regionale Dialoge zum Thema „Generation Z in Theorie und Praxis – Wie ticken junge Menschen heute und wohin führt ihr Weg“

Insgesamt 223 Partnerinnen und Partner der Jugendnetzwerke, darunter zählen soziale Organisationen, Schulen, Institutionen, Betriebe, besuchten die Dialoge der Jugendnetzwerke.

Dabei wurde das brennende Thema diskutiert, wer die „Generation Z“ ist und was jene braucht, um erfolgreich in den Beruf einzusteigen.

Die Dialoge finden in den Bezirksstellen der Arbeiterkammer statt, acht solcher Dialoge wurden im Herbst durchgeführt. Daneben veranstalten die Jugendnetzwerke eine Vielzahl an regionalen und zentralen Veranstaltungen, die dem Zweck dienen, die mittlerweile 1200 Partner/-innen sowie 255 Unterstützungsangebote am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt zu vernetzen. Nur gemeinsam kann es gelingen, die Zahl der Jugendlichen, die weder in Ausbildung und Beschäftigung sind so gering wie möglich zu halten und jenen eine gute Perspektive und Integration in die Arbeitswelt zu sichern!

Eine Nachlese zu den Dialogen findet Sie hier: Zusammenfassung_Dialoge_Herbst_2017