40 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen haben ein Handy

Studie zeigt das Medien- und Freizeitverhalten der jungen Oberösterreicher: Fast 40 Prozent der Kinder im Alter von sechs bis zehn haben bereits ein Smartphone, bei den Drei- bis Fünfjährigen hierzulande sind es ebenfalls schon 14 Prozent.

Auch wenn „draußen spielen“ und „Freunde treffen“ für die meisten immer noch zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen gehören, so sind digitale Medien aus dem Alltag der jungen Oberösterreicher nicht wegzudenken. Das ergab eine Umfrage, die die Bildungsagentur „Education Group“ seit 2007 alle zwei Jahre in Auftrag gibt. Für die aktuelle Studie, die das Market-Institut durchgeführt hat, wurden Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren persönlich befragt, bei den Jüngeren gaben die Eltern Auskunft über das Medienverhalten ihres Nachwuchses.

Die Ergebnisse sollen auch bei einem Bildungsgipfel analysiert werden. „Da werden wir uns unter anderem anschauen, welche Erkenntnisse wir für die Gestaltung des Unterrichts gewinnen oder was in die Ausbildung der Pädagogen einfließen könnte“, sagte VP-Bildungslandesrätin Christine Haberlander bei der Präsentation der Studie im Rahmen einer Pressekonferenz. Die OÖN präsentieren einige Zahlen, Fakten und Daten.

Spielen in der „echten Welt“: Draußen spielen, Freunde treffen und fernsehen – das sind die liebsten drei Freizeitbeschäftigungen der oberösterreichischen Kinder. Das Spielen mit Computer, Tablet und Smartphone liegt bei den Sechs- bis Zehnjährigen erst auf Platz vier – gleichauf mit „Zeit mit der Familie verbringen“, dicht gefolgt von Sport treiben und drinnen spielen.

Technik ist Trumpf: „In Oberösterreichs Haushalten herrscht technische Vollausstattung: Fernseher, PC, Internet und Smartphone gehören quasi überall dazu“, sagt David Pfarrhofer, Leiter des Linzer Market-Instituts. Von den Kindern besitzen 71 Prozent ein eigenes elektronisches Gerät – am häufigsten sind das Stereoanlage, Radio, tragbare Spielekonsole und natürlich ein Smartphone.

Am liebsten vor dem Fernseher: Bei der täglichen Mediennutzung liegt der Fernseher klar voran, die Fernsehdauer der oberösterreichischen Kinder ist leicht rückläufig, bleibt aber dennoch die klare Nummer eins bei der Beliebtheit. Der Studie zufolge liegt die durchschnittliche Fernsehzeit der Kinder pro Tag bei 45 Minuten, aber auch Kurzvideos und Streaming-Dienste werden genutzt – insgesamt sehen die Kinder etwa eineinhalb Stunden pro Tag „bewegte Bilder. Vor allem Youtube ist recht beliebt bei den Jungen.“

Spielen in der virtuellen Welt: Die Computerspieldauer liegt mit 42 Minuten gleich hoch wie in den vergangenen Jahren. Für das tägliche Spielen benutzen die Kinder auch Smartphone oder Tablet, „hier ist ein deutlicher Anstieg erkennbar“, so Peter Eiselmair, Geschäftsführer der Education Group.

Immer jünger ins Netz: Die Altersschwelle bei der Benutzung des Internets sinkt. Mittlerweile steht rund drei Viertel von Oberösterreichs Kindern zwischen sechs und zehn das Internet zur Verfügung – knapp 50 Prozent davon sogar im eigenen Zimmer.

Kein Online-Shopping! Eltern sind der Studie zufolge sehr gut über die Mediennutzung ihrer Kinder informiert, in den meisten Haushalten gibt es klare Regeln. Die wichtigsten zwei: Nichts online einkaufen und keine persönlichen Daten preisgeben!

Es lebe das Buch! Besonders erfreulich für die Experten: Die Sorge, dass digitale Medien die Lesefreude der Kinder trübt, ist unbegründet: 68 Prozent der Kinder lesen „sehr gern“ oder „gern“. „Im Vergleich zu 2010 sind die Zahlen sogar um elf Prozent gestiegen“, sagt David Pfarrhofer. Abenteuer-, Tier- und Detektivgeschichten sind am beliebtesten. (had)

Den vollständigen Artikel können Sie unter folgendem Link nachlesen:

http://www.nachrichten.at/nachrichten/kultur/40-Prozent-der-Sechs-bis-Zehnjaehrigen-haben-ein-Handy;art16,2933185

 

Gefühle, Gedanken, Gesundheit: Wie das Internet uns verändert

Cyberpsychologin Catarina Katzer über ganz neue Krankheiten.

(Oberösterreichische Nachrichten: von Claudia Riedler, 23. Mai 2018)

 

 

Im Durchschnitt schauen wir 88-Mal täglich auf das Handy. Ständige Erreichbarkeit und soziale Medien – das alles verändert uns mehr, als uns bewusst ist. Catarina Katzer, Volkswirtin, Sozialpsychologin und Expertin für Cyberpsychologie, hält dazu heute einen Vortrag. Die OÖN sprachen mit ihr schon vorab über unser Leben im Netz.

OÖN: Mail, Facebook, Instagram, WhatsApp – alles passiert gleichzeitig. Wie wirkt sich das ständige Multitasking aus?

Katzer: Die Gleichzeitigkeit der Tätigkeiten und das ständige Unterbrechen überfordern uns. Wir sind dadurch ungeduldiger. Wir geraten unter digitalen Stress, die Konzentration lässt nach, und wir werden fehleranfälliger. Multitasking ist eine Mär, die gar nicht funktioniert. Unser Gehirn ist dafür nicht ausgelegt.

Was bewirkt die ständige Erreichbarkeit?

Es gibt einen gesellschaftlichen Druck, ständig erreichbar zu sein. Dadurch entsteht ein Cyberautomatismus, wir trauen uns gar nicht, offline zu sein. Das erhöht den Stress – mit körperlichen Auswirkungen. Wir können nicht schlafen, sind müde und unaufmerksam, weil wir die Erholungsphasen nicht mehr bekommen.

Die sozialen Medien funktionieren mit ständiger Bestätigung – wie wirkt sich das auf unsere Psyche aus?

Es gibt heute eine Aufmerksamkeitsökonomie. Man muss posten, um existent zu sein. Das hat emotionale Auswirkungen. Das Selbstbild ist abhängig von der Reaktion der anderen. Das narzisstische Verhalten nimmt zu, die Empathie nimmt ab. Man kann natürlich nicht alles aufs Internet schieben. Aber man muss sich bewusst sein, dass hier zutiefst menschliche Bedürfnisse bedient werden.

Verändern sich dadurch unsere geistigen Fähigkeiten?

Durch die Nutzung der neuen Technologie verändern wir unsere Wahrnehmung. Wir werden auf knappe Nachrichten getrimmt. Aber wenn wir nur oberflächlich Informationen verarbeiten, lassen auch intellektuelle Fähigkeiten nach. Wir lassen uns stark von plakativen emotionalen Inhalten im Netz leiten, die unsere Meinung bestätigen. Wir suchen nach Lösungen, ohne nachzudenken, sondern fragen einfach Doktor Google. Durch die Nutzung von GPS wird jener Gehirnbereich kleiner, der für die Orientierungsfähigkeit zuständig ist.

Internet macht auch süchtig?

Von Internetsucht sind etwa zehn Prozent der Nutzer betroffen. Fast jeder Zweite zeigt zumindest ein problematisches Verhalten. Es gibt auch die Soziale-Netzwerk-Sucht, die vor allem bei jungen Frauen und Mädchen auftaucht.

Welche neuen Krankheiten entstehen sonst durch das Internet?

Neben Smartphone-Daumen und Handynacken gibt es die Nomophobie: Menschen haben Angst, ohne Handy aus dem Haus zu gehen. Wir verwachsen immer mehr mit dem Smartphone und erleben Phantomschmerzen, wenn es nicht dabei ist. Und es gibt das Phänomen des Phantomschauens, wenn wir aufs Display schauen, obwohl sich gar nichts getan hat.

Was raten Sie für einen gesunden Umgang mit dem Internet?

Wir benötigen ein neues digitales Bewusstsein. Wir müssen erkennen, was mit uns passiert, wenn wir bestimmte Apps nutzen. Brauchen wir sie oder sind sie nur Zeitfresser? Man kann ein Online-Logbuch führen, auch dafür gibt es Apps. Ansonsten schleicht sich ein Cyberautomatismus ein.

Wie ändert man sein Verhalten?

Man kann die Push-Funktion abstellen, Offline-Zeiten einführen, das Handy nicht am Körper tragen, damit man es nicht sieht und spürt. Studien zeigen, dass allein die Ansicht des Smartphones die Konzentration stört. Man könnte sich auch überlegen, gezielt ohne Smartphone einkaufen zu gehen. In der Familie kann man einen Smartphone-Turm machen. Und wer als Erster hingreift, muss eine bestimmte Hausarbeit verrichten.

www.nachrichten.at

Jugendliche am Arbeitsplatz: Was wirklich wichtig ist

Die vorliegende Broschüre soll einen Überblick über die wichtigsten Vorschriften im Bereich der Lehrlingsausbildung sowie der Beschäftigung von jugendlichen Arbeitnehmer/-innen geben, deren ordnungsgemäße Einhaltung für den Bestand eines Lehr- oder Arbeitsvertrages wichtig ist.

Im Februar 2018 von der AK Wien veröffentlicht.

Download der Broschüre

Ausbildung_Lehre_2018