AMS meets NMS – die SMARTE Projektidee der Arbeitsgruppe Linz–Land

Im Zuge unserer Abschlusskonferenz „Gemeinsam SMART in die Zukunft“ am 29.10.2018 in der Arbeiterkammer Linz erarbeitete Bruno Kamraner, Leiter der AK Bezirksstelle Linz-Land mit engagierten Vertreter/-innen aus der Region (AMS, NMS Doppl, soziale Vereine, Betriebsvertreter/-innen) die Idee, den Elternabend der NMS Doppl in Leonding für eine Vernetzung mit dem AMS Traun zu nutzen. Gemeinsam mit dem AMS, organisierte die Direktorin der NMS Doppl, die Möglichkeit der persönlichen Berufsfindungsberatung von Jugendlichen und deren Eltern durch die Mitarbeiter/-innen des AMS.

Im Rahmen des Elternabends am 29. November 2018 betreuten die Jugendberater/-innen des Berufsinfozentrums des AMS einen Informationsstand. Sie unterstützten die Jugendlichen und deren Eltern bei allfälligen Fragen rund um die Berufswahl und die Möglichkeiten in der Region. In zahlreichen persönlichen Gesprächen gingen sie auf die Fragen der Jugendlichen und ihrer Eltern ein und standen ihnen mit Rat und Tat zur Seite! Es entwickelten sich sehr spannende Gespräche über die Vorstellungen der Jugendlichen, die Einflüsse auf die Berufswahl und die realistischen Möglichkeiten in der Region. Durch diese Vernetzungsmöglichkeit fanden auch Gespräche mit Lehrer/-innen statt, die das Thema als Multiplikatoren/-innen weitervermitteln bzw. nützliche Kontakte weitergeben können. Besten Dank an alle Projektbeteiligten und jedenfalls den Mitwirkenden der NMS Doppl und des AMS Traun.

Bruno Kamraner, Bezirksstellenleiter AK Linz – Land betont „Von der Idee zur praktischen Umsetzung ist es manchmal ein steiniger Weg. Nicht so im Jugendnetzwerk Linz-Land. Gemeinsam mit dem AMS Traun und der NMS Doppl konnte die Projektidee der Abschlusskonferenz bereits einen Monat nach ihrem Entstehen, erfolgreich abgearbeitet werden. Dieses tolle Angebot der Eltern- und Jugendlichenberatung an einer entscheidenden Schnittstelle (Anm: Übergang nach Pflichtschulabschluss) leistet eine äußerst wichtige und praktische Hilfestellung – insbesondere bei der weiteren Berufs- und Bildungswegorientierung.“

                                 

Foto v.l.n.r.: Bruno Kamraner, AK Bezirkstellenleiter Linz-Land, Astrid Retschitzegger, MA, Direktorin NMS , Viktoria Haider, AMS Traun, Manfred Woldrich, AMS Traun – Service für Jugendliche

Gestalten wir die Digitalisierung!

Im Rahmen unserer Tagungsreihe „Die junge Generation im Zeitalter der Digitalisierung“ beschäftigen wir uns mit den Chancen und Herausforderungen der Zukunft zu dieser Thematik.

Im „Blog Arbeit und Wirtschaft“ stellt ÖGB Präsident Wolfgang Katzian seine Sichtweise zur Digitalisierung im unten stehenden Text dar. Zusätzlich ist der Beitrag unter diesem Link abrufbar!


Die Digitalisierung stellt für die Gewerkschaft eine Chance dar – wir müssen sie allerdings nützen. Als Gewerkschaften müssen wir alles daransetzen, die Risiken der neuen Entwicklungen möglichst zu minimieren und die Vorteile wirklich allen zugutekommen zu lassen.

Zunächst bedeutet Digitalisierung einen enormen Innovationsschub und damit eine Dynamisierung der Wirtschaft. Das ist gut, denn wirtschaftlicher Stillstand ist nicht nur für die Unternehmen schlecht, sondern auch für Arbeitsplätze und Staatsfinanzen. Gute Daseinsvorsorge und ein ausgebauter Sozialstaat sind sowohl Basis als auch Folge einer florierenden Wirtschaft. Wir müssen allerdings als Gesellschaft gemeinsam darüber diskutieren, welche Innovationen wir wollen, welche ethischen Implikationen bestimmte Entwicklungen haben (man denke an die künstliche Intelligenz) und ob die Innovationsgewinne wirklich allen zugutekommen. Es ist ganz sicher nicht in unserem Sinn, wenn die Monopolbildung begünstigt wird und sich die großen Internet-Giganten einer fairen Besteuerung entziehen. Dagegen müssen wir massiv ankämpfen.

Wert und Bedeutung von Arbeit

Zweitens werden im Zuge der Digitalisierung der Wert und die Bedeutung von Arbeit neu diskutiert. Es entstehen ganz neue Arbeitsformen, mit dem Risiko, dass sie ohne ausreichende Regulierung das Prekariat verstärken und herkömmliche Arbeitsplätze bedrohen. Gleichzeitig eröffnet die Digitalisierung bisher nicht gekannte Autonomiespielräume – wir können überall und jederzeit arbeiten. Wir werden in den kommenden Jahren auf österreichischer und europäischer Ebene daran arbeiten müssen, dass all diese neuen Entwicklungen im Sinne der Beschäftigten gestaltet werden. Das heißt, dass es auch in der entgrenzten Welt der Digitalisierung klare und nachvollziehbare Regeln geben muss. Die Arbeit der Zukunft darf nicht von arbeitgeberverordneter Flexibilität und Dauerverfügbarkeit geprägt sein, sondern es geht um die Selbstbestimmung der ArbeitnehmerInnen.

Große Umbrüche

Es entstehen neue Arbeitsplätze, vor allem im Bereich der Datenökonomie. Gleichzeitig fallen auch Arbeitsplätze weg. Dieser große Umbruch am Arbeitsmarkt macht vielen zu Recht Angst. Diese Veränderung muss gut begleitet werden – mit Qualifikation und Umschulungen, aber auch mit dem Ermöglichen von Arbeitsplätzen, für die digitale Kompetenzen nicht so wichtig sind. Es ist Aufgabe der Gewerkschaften und ArbeitnehmerInnenvertretungen, hier bestmögliche Rahmenbedingungen einzufordern und mitzugestalten, damit es möglichst viele GewinnerInnen und möglichst wenig VerliererInnen gibt.

Drittens kann die Digitalisierung für uns als Gewerkschaft selbst eine große Chance sein. Wenn wir jene Daten und Informationen, die uns unsere Mitglieder geben, so nützen, dass wir sie mit genau jenen Angeboten und Services versorgen, die sie brauchen, dann werden auch wir stärker und besser in der KundInnenorientierung und damit in unserer politischen Mitgestaltungsfähigkeit. Partizipation wird ebenfalls in der digitalen Welt einfacher und schneller. Es ist klar, dass wir dafür ein wenig umdenken müssen, dass wir auch unsere Kultur verändern müssen. Fakt ist aber, dass die Gewerkschaft in der digitalen Welt nicht nur nicht überflüssig oder veraltet ist, sondern notwendiger denn je.

Faire Arbeit 4.0 ist keine Vision

Damit wir hier glaubwürdiger Ansprechpartner sind, müssen auch wir selbst uns der digitalen Transformation stellen und über all unsere Kanäle – analog wie digital – all unsere Zielgruppen ansprechen, von Start-ups und CrowdworkerInnen bis hin zu IndustriearbeiterInnen und Handelsangestellten. Faire Arbeit 4.0 ist keine Vision, wegen der man einen Arzt braucht, sondern machbar und gestaltbar – und wir haben uns bereits auf den Weg gemacht.

18. Juni 2018 Wolfgang Katzian, Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB).

Unsere Arbeit. Unsere Zeit

Arbeitszeit ist Lebenszeit. Sie wirkt sich nicht nur auf Einkommen, Gesundheit und Wohlbefinden jeder/jedes einzelnen Arbeitenden aus, sondern beeinflusst auch die Verteilung des gesellschaftlichen Wohlstands und die Arbeitslosigkeit. Das Ziel einer kurzen Vollzeit – als Gegenpol zur aktuell diskutierten Ausdehnung von Arbeitszeiten – muss wieder stärker in den Vordergrund rücken.

Die Zukunft der Arbeit

Das „zweite Maschinenzeitalter“ stellt alte Gewissheiten infrage: Wir müssen neu über Broterwerb, Lebenssinn und Gesellschaftsvertrag nachdenken.

Welche Jobs bleiben, welche verschwinden

(der Standard: Karin Bauer 28. April 2018, 08:00)

Löscht die künstliche Intelligenz jede uns bekannte Erwerbsarbeit aus? Welche Ausbildung ist sicher?

„Nein, man kann ja den Stecker ziehen.“ Diese Antwort gaben kürzlich heimische Personalchefs bei ihrem Jahreskongress Power of People auf die Frage, ob künstliche Intelligenz uns demnächst beherrschen werde. Viel Glaube an die Steuerbarkeit und die eigene Unersetzlichkeit, basierend auf dem Glaubenssatz, dass die eigene (qualifizierte) Jobzukunft nicht wirklich bedroht ist und Maschinen lediglich fehleranfällige, langweilige, schmutzige, gefährliche Arbeiten abnehmen, damit die aus Fleisch und Blut es besser haben mit kreativen, freudvollen, gesunden Entscheiderjobs.

An dieser Stelle grätscht gern die Dystopie einer Welt ohne Arbeit und damit mit aufgelösten sozialen Beziehungen à la „Matrix“ und „Black Mirror“ ein. Indizien dafür kann man in der Vorausschau auf das Jahr 2100 sammeln, wenn man will. Vielleicht noch mit ein wenig mit Science-Fiction-Zuversicht versehen im Bild des Zusammenlebens auf verschiedenen Planeten mit universellem Grundeinkommen und der Beschäftigung der Menschen mit ihrem „Aufstieg“.

Kein Schwarz-Weiß

Vorerst einmal zurück in die Gegenwart. Was bleibt, was geht in der Arbeitswelt? Welche Jobs verschwinden, welche Ausbildung ist sicher?

Simpel schwarz-weiß ist das nicht darzustellen. Die kommenden Jahre scheinen sich in drei berufliche Sphären zu teilen: Jobs, die gänzlich automatisiert werden können und daher nicht mehr benötigt werden (wie einst der sogenannte Liftboy), etwa Regalbetreuer, Erntehelfer, Lkw-Fahrer, Rechtsassistenten. Der zweite und größte Bereich sind dann Berufsbilder, deren Inhalte sich digital wandeln und/oder redefinieren, wie etwa der Lehrberuf der Einzelhandelskauffrau hin zur E-Commerce-Fachkraft, und schließlich das Feld der neuen Berufe, Social-Media-Manager, Drohnenführer, Softwareingenieure – und was immer noch weiter gedacht werden kann bis zum Weltraumtourismus.

„Es ist völlig gleichgültig, ob Sie Fabriksarbeiter, Finanzberater oder professioneller Flötenspieler sind: Die Automatisierung kommt“, sagt Stanford-Professor Jerry Kaplan zu neuen Berufsinhalten respektive zur Kooperation mit Maschinen.

Nur: Das gilt nicht für alle. Die erwähnten Rechtsassistenten etwa erübrigen sich gerade, Algorithmen für das Durchforsten zigtausender Seiten Rechtstexte sind längst im Einsatz. Mit den vorbereitenden Tätigkeiten in Steuerfragen geht es ebenso, das US-Unternehmen H&R hat dafür bereits die Watson-KI-Plattform in Betrieb. Dass neue Berufe rund um Datenwissenschaften oder in den Life-Sciences entstehen, dass weitergedacht viel Fantasie in der Genetik und Biomedizin, im Wettermanagement, bei alternativen Energien oder vielleicht im Wiederbeleben ausgerotteter Arten besteht – ja, warum nicht?

Innovation schafft Jobs, aber weniger

Dass für die wachsende Weltbevölkerung eine mitwachsende Zahl neuer Jobs oder Jobfelder entsteht, darf allerdings bezweifelt werden. Innovation schafft Jobs, aber quantitativ offenbar weniger. Das Gefüge von Produktion und Kaufkraft wankt in dieser Betrachtung.

Beispiel: General Motors beschäftigte 1979 rund 800.000 Mitarbeiter und machte elf Milliarden Dollar Umsatz. Das als globales Zentrum digitaler Innovation betrachtete Alphabet (Google) beschäftigte 2012 etwa 58.000 Leute mit damals 14 Milliarden Dollar Umsatz.

Ob nun schon, wie der Oxford-Thinktank meint, bis 2030 fast jeder zweite gegenwärtige US-Job wegfällt und Europa im Gefolge ebenso betroffen ist – mittelfristiger sieht es tatsächlich so aus, als ob intelligente, selbstlernende Maschinen sogar an den Positionen sägen, die gegenwärtig noch als unangreifbare Entscheiderfunktionen gelten. Ob die hauseigene künstliche Intelligenz Watson die IBM-Chefin Ginni Rometty ersetzen könne, fragte Forbes etwa zum Fortschreiten der Technologien, in die schon vor einem Jahr 40 Milliarden Dollar Forschungsgelder geflossen sind.

Neue Jobinhalte

Ein paar Blitzlichter: Der weltgrößte Hedgefonds Bridgewater etwa arbeitet mit einem Team, das an der Watson-Entwicklung beteiligt war, am ultimativen Chef-Algorithmus – modelliert nach dem menschlichen Gehirn, aber eben nicht launisch, nicht gereizt, nie krank und natürlich 24/7 stabil. Allerdings versehen mit dem Weltbild der Programmierer, die, sobald die KI tatsächlich Lehrer und Dompteur geworden ist, natürlich auch jobmäßig hinfällig sind.

 

 

Aber auch da – neue Jobinhalte zeichnen sich ab: Was gefährlich klingend als „Brain-Hacking“ bezeichnet wird und aus dem Scifi als Cyborg bekannt ist – daran wird auch heftig gearbeitet, etwa von Tesla-Gründer Elon Musk. Mikroimplantate in Kombination mit sogenannten „intelligenten“ Drogen sollen bald die optimale menschliche Schnittstelle zur künstlichen Intelligenz herstellen. Berichten aus dem Valley zufolge (mikrodosiertes LSD) ist alles schon da. Maschinen malen, komponieren.

Also: Nicht nur Hamburgerbraten erfolgt maschinell (350 bis 400 Stück pro Stunde), auch Erdbeerenpflücken. Managementtätigkeiten werden bereits vielfach solcherart erledigt: Projektmanager aus Bits und Bytes heuern etwa Mikroarbeiter auf der US-Crowdworking-Plattform Mechanical Turk an, teilen Aufgabensegmente zu und lernen dabei, dies künftig gleich selbst elektronisch zu erledigen.

Hitachi hat Algo-Chefs, die den Angestellten Aufgaben zuweisen und die Ausführung überwachen, die Schadensbemessung beim japanischen Versicherer Fukoku Life setzt auf künstliche Intelligenz.

Karriereplanung schwerer möglich

Zurück zum Personaler. Ist der Job „sicher“? Wieder: Die Inhalte kommen abhanden, der Beruf wird sich neu definieren, denn Algorithmen erschnüffeln längst passende Profile, automatisierte Skripte und neurolinguistische Programme führen Jobinterviews, die sogenannte People-Analytics checkt und steuert Menschen – wann machen sie welche Fehler? Wann produzieren sie Fehlzeiten? Mancherorts sind die Mitarbeiter bereits verchipt. Apps dienen als Konfliktlöser und Mediatoren, smarte Armbänder (bei Tesco heißen sie „Picker“) liefern alle Daten. Wer soll da welchen „Stecker ziehen“?

An diesem Punkt ist zumindest klar: Die klassische langfristige Karriereplanung ist von gestern und einfach nicht mehr möglich. Nicht einmal für Priester. Sie haben zwar laut The Future of Jobs (Oxford University) nur 0,81 Prozent Wahrscheinlichkeit, schnell automatisiert zu werden, aber Apps, die sündhaftes Verhalten notieren und Bestrafung einfordern, gibt es zumindest schon. Aber auch da: Halt!

Dass Computer in 30 Jahren nicht die kreativste Klasse auf diesem Planeten sind, kann keiner mit Sicherheit behaupten. Aber bis dahin sind Tätigkeiten, die mit komplexen Beziehungsinhalten zu tun haben, strategisches Erschaffen und unvorhersehbare Ad-hoc-Problemlösung betreffen (wie in sehr vielen handwerklichen Berufen), sich mit rechtlichen Rahmen und ethischen Vorgaben beschäftigen, in Menschenhand. Nicht unberührt vom Digitalen, aber definitiv nicht übernommen. Und: Nicht alle Zukunftsbilder erweisen sich ex post als valide. John Maynard Keynes’ Prognose etwa, dass seine Enkelkinder die 15-Stunden-Arbeitswoche hätten – tja, es ist eher der 15-Stunden-Tag. (Karin Bauer, 28.4.2018)

Schwerpunkt „Zukunft der Arbeit“:
Werden Roboter unsere Jobs übernehmen? Falls ja, was macht das mit unserer Gesellschaft? Welche sozialen Folgen haben die tiefgreifenden Veränderungen der Arbeitswelt, die gerade erst begonnen haben? Und welche neuen Chancen eröffnet der technologische Arbeitswandel? Wir finden das Thema „Zukunft der Arbeit“ so wichtig, dass wir ihm diesen Schwerpunkt widmen. In den kommenden Tagen finden Sie auf https://derStandard.at/Die-Zukunft-der-Arbeit eine Serie von Artikeln: Die STANDARD-Redaktion hat Forscherinnen und Forscher befragt, ist dorthin gefahren, wo die neue Arbeitswelt bereits zu spüren ist, und macht sich in Essays Gedanken – alles handgefertigt, natürlich.

Fünf Jahre Evaluierung psychischer Belastungen

Eine Studie des Instituts für Sozial- und Wirtschaftswissenschaft Linz der Arbeiterkammer OÖ aus dem Herbst 2017 zeigt wie wichtig die Evaluierung psychischer Belastungen ist.

Zeitdruck und fehlende Anerkennung

71 Prozent der befragten Sicherheitsvertrauenspersonen und 86 Prozent der Betriebsratsvorsitzenden geben an, dass die Evaluierungsergebnisse für ihre Tätigkeit eher oder sehr wichtig sind. Gefragt nach den Arbeitsbelastungen herrscht Einigkeit zwischen den Betriebsratsvorsitzenden und den Sicherheitsvertrauenspersonen: Zeitdruck belastet die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am stärksten. Fehlende positive Rückmeldung und fehlende Anerkennung sehen beide befragte Gruppen als zweitstärkste Belastung im Arbeitsleben.

Psychische Belastungen stellen wie körperliche Belastungen eine enorme Gefahr für die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dar. Dies bestätigen die aktuellen Zahlen der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse: Die Anzahl der Krankenstandsfälle aufgrund psychischer Erkrankungen hat sich in Oberösterreich seit 2007 beinahe verdoppelt (2007: 11.419; 2016: 20.660).

Maßnahmen wirken, Tabus brechen

Von den Betriebsratsvorsitzenden gab die überwiegende Mehrheit an, dass konkrete Maßnahmen entwickelt wurden. Im Unterschied dazu konnte unter den Sicherheitsvertrauenspersonen annähernd die Hälfte gar nicht sagen, ob Maßnahmen entwickelt wurden. Im Zusammenhang mit den konkreten Maßnahmen steht die Verbesserung der Gesprächskultur: Von den Betriebsratsvorsitzenden, die von konkreten Maßnahmen sprachen, gaben 72 Prozent an, dass im Betrieb nun offener über das Thema psychische Belastungen gesprochen werden kann. Ein Indiz dafür, dass die Evaluierung psychischer Belastungen eine enttabuisierende Wirkung haben kann.

 

https://media.arbeiterkammer.at/ooe/interessenpolitik/arbeitsbedingungen/ISW_2018_Umsetzung_und_Wirkung_Evaluierung_psychischer_Belas.pdf

 

Kinder kommen immer früher mit den Medien in Kontakt

Neue Studie der Universität Wien: Digitale Medien im Volksschulalter – Perspektiven von Kindern und ihren Eltern

In dieser explorativen Studie, welche auf den Erfahrungen von saferinternat.at basiert, wurde der Umgang von Kindern im Volksschulalter und ihren Eltern erhoben. Besonders beleuchtet wurden die Nutzung der digitalen Medien sowie die damit verbunden Herausforderungen aus Kindersicht. Befragt wurden zwölf Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahren und ihre Eltern.

Die Studie zeigt den Einblick in Rahmenbedingungen, die Gründe für die Nutzung sowie die Auswirkungen der neuen Medien im Familienalltag. Dadurch ergeben sich für die Eltern Auswirkungen auf die pädagogischen Maßnahmen im Umgang mit den Medien wie die Etablierung von Regeln, Verbote und Kontrollmechanismen.

Link zur gesamten Studie der Universität Wien

Bild: saferinternet.at, Luci Pfeffer

Junge Menschen in der Stadt

Während früher meist die Vierzehn- bis Neunzehnjährigen als jung bezeichnet wurden, wird heute mit der Phase der Jugend oft das 14. bis 29. Lebensjahr beschrieben. Die Alterspanne der Jugendjahre beinhaltet eine ganze Reihe von Umbrüchen: das Ende der Schulpflicht, der Wechsel von der Ausbildung ins Berufsleben, die Gründung eines eigenen Haushaltes oder gar einer eigenen Familie.

Ungleiche Verhältnisse

Die jungen Bevölkerungsgruppen unterscheiden sich aber nicht nur durch ihr Alter und die spezifische Brüchigkeit dieser Lebensphase von älteren. Die Lebenssituationen junger Menschen sind von Geburt an unterschiedlich; Gleichaltrige kommen nicht mit denselben Chancen zur Welt. Der Geburtsort, die Ressourcenausstattung der Familie und die Absicherung durch den Staat beeinflussen unseren Lebenslauf maßgeblich. Zunehmende gesellschaftliche Pluralisierung und wachsende soziale Ungleichheit prägen auch junge Lebenswelten. Die Studie „Junge Menschen in Wien“ zeigt, dass es auch in Wien junge Menschen gibt, die von schwierigen Lebenslagen betroffen sind, die sich häufig gegenseitig verstärken. So kann es vorkommen, dass man teilzeitbeschäftig ist, in einer zu kleinen Wohnung mit befristetem Mietvertrag lebt und von Armut betroffen ist.

Was die junge Stadt braucht:

  • Chancengerechtigkeit schaffen: Junge Menschen haben unterschiedliche Lebensvoraussetzungen. Diese gilt es mit ausgleichender Politik möglichst abzufedern. So braucht es aktive Maßnahmen gegen Kinder- und Jugendarmut und ein faires Bildungssystem, das alle gleichermaßen fördert. Einen gut ausgebauten Sozialstaat, der Absicherung bietet und ungleiche Chancenverteilung ausgleicht.
  • Leistbares Wohnen sichern: Die eigenen vier Wände sind wichtige Rückzugs- und Erholungsorte. Qualitativ hochwertiges, leistbares Wohnen muss auch für junge Menschen möglich sein. Dafür braucht es mehr geförderte Wohnungen, Mietzinsobergrenzen, die Abschaffung des Lagezuschlags und die Eindämmung befristeter Mietverhältnisse.
  • Freie Räume ermöglichen: Eine lebendige Stadt braucht öffentliche Plätze, die ohne Geld ausgeben zu müssen gut nutzbar sind. Öffentliche Räume dürfen nicht überreguliert werden, sondern sollten Gestaltungsfreiraum bieten. Es sollte Plätze geben, die vielfältige, offene Nutzungen ermöglichen. Neben Fußball- braucht es Basketball- und Volleyballplätze, Skate-Möglichkeiten, Longboard-Strecken und Radwege, Möglichkeiten zum Laufen und Kletterwände. Eintritt in Schwimm- und Hallenbäder sollte für junge Menschen kostenfrei sein. Auch Schulsportplätze und -hallen sollten nach dem Unterricht zur freien Nutzung zur Verfügung stehen.
  • Jugendliche aktiv fördern: Junge Menschen brauchen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und Orte, die sie unabhängig von Geldverfügung nutzen können. Es braucht Jugendzentren, Parkbetreuung, aber auch Räumlichkeiten für Gratiskino, jugendgerechtes Theater und Auftritte von lokalen Bands. Ebenso braucht es mehr Lernplätze in Büchereien mit kostenlosem Zugang zu PC und Internet. Spezielle Förderung sollte zudem jenen jungen Menschen zugutekommen, die weniger Ressourcen zur Verfügung haben.

Mehr zu diesem Thema im Arbeit & Wirtschaft Blog unter https://www.awblog.at/junge-stadt/#more-27999.