Die Auswirkungen der Coronakrise auf junge Menschen am Übergang Schule-Arbeitswelt

Empty Schoolclassroom with a pinboard in the back and several pictures pinned on it
Photo by Feliphe Schiarolli on Unsplash

Die Corona-Krise trifft alle schwer aber manche Teile der Bevölkerung ganz besonders. Nicht nur die Schulen, Betriebe oder Geschäfte haben geschlossen, sondern auch alle Einrichtungen und Organisationen, welche Angebote für Jugendliche am Übergang Schule-Arbeitswelt anbieten, müssen aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation geschlossen bleiben. Alle Netzwerkpartner/-innen nehmen in dieser Krisenzeit eine große Herausforderung wahr, für die tragfähige Lösungen in der schwierigen Balance zwischen Gesundheitsschutz und weiterbestehende Aufgaben gefunden werden müssen.

Jugendliche und junge Erwachsene am Übergang Schule Arbeitswelt können derzeit arbeitsmarktpolitische Angebote nicht besuchen, keine Freizeitaktivitäten ausüben oder am sozialen Leben aktiv teilnehmen. Diese jungen Menschen, die ohnehin aufgrund soziologischer und ökonomischer Faktoren benachteiligt sind, ein höheres Ausgrenzungsrisiko haben und mit einem erschwerten Berufseinstieg konfrontiert sind, werden am meisten die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen. Deshalb ist es jetzt umso wichtiger die Existenz der sozialen Einrichtungen nicht zu gefährden und für stabile Beratungsverhältnisse zu sorgen.

Kontakt zu den Jugendlichen

Als Reaktion auf die Schließungen der Einrichtungen wurden von Seiten der Organisationen und Einrichtungen sehr rasch unterschiedliche innovative digitale Angebote gefunden und „digitales Lernen“ organisiert. Jugendliche werden täglich per Telefon, Skype, Zoom oder Whatsapp kontaktiert. Damit soll der Kontakt aufrecht erhalten bleiben und um die Jugendlichen regelmäßig mit Arbeitsaufträgen zu versorgen. Arbeitsaufträge sollen für einen geregelten Tagesablauf sorgen und Jugendliche motivieren aktiv zu bleiben. Gerade jetzt ist ein strukturierter Tagesablauf notwendig. Das gibt den Jugendlichen Halt und mehr Sicherheit in diesen unsicheren Zeiten.

Technische Ausstattung

Diese digitalen Angebote setzen aber voraus, dass Jugendliche über die entsprechende technische Ausstattung und gute Internetverbindung verfügen. Jedoch sieht die Realität oft anders aus. Während die Kommunikation mit den Jugendlichen über das Handy sehr gut funktioniert, scheitert es oft an fehlender EDV Ausstattung. Bei vielen sozial benachteiligten Familien existieren keine geeigneten Geräte oder man muss den Computer mit anderen Familienmitgliedern teilen. Meist haben sie auch schlechte oder keine Internetverbindung, keinen eigenen Raum, um die Arbeitsaufträge in Ruhe bearbeiten zu können. Einige Jugendliche haben zusätzlich auch Aufsichtspflichten, da Eltern arbeiten müssen.

Finanziell benachteiligte Jugendliche/Familien brauchen dringend Hilfe. Beschaffung von EDV-Infrastruktur und kostenlose Internetverbindung in ausreichendem Umfang für die Erledigung der Arbeitsaufträge sind notwendige Maßnahmen, damit Jugendliche den Anschluss nicht verlieren und vom Fernunterricht nicht ausgeschlossen werden. Zudem sollen auch für Jugendliche mit Lernproblemen die Nachhilfeangebote ausgeweitet und schnellstmöglich auf E-Learning umgestellt werden.

Konflikte in den Familien

Durch die häusliche Isolation der Menschen steigt das Risiko familiärer Konflikte massiv. Enge Wohnräume mit wenig Rückzugsmöglichkeiten verschlimmern die Situation noch mehr. Daher ist es umso wichtiger den Kontakt zu den Jugendlichen aufrecht zu erhalten, um Konflikte und häuslicher Gewalt vorzubeugen. Oft coachen Netzwerkpartner/-innen nicht nur den Jugendlichen, sondern bieten auch den überforderten Eltern bei pädagogische Fragen Hilfe an.

Jugendliche und junge Erwachsene, die nach der Corona-Krise einen erhöhten Bedarf an begleitender Unterstützung bei der Bildungs- und Berufsplanung haben, sollten die Möglichkeit bekommen, die Projekt-Teilnahmedauer zu verlängern. Auch neue Konzepte und Maßnahmen müssen entwickelt werden, um sozial benachteiligte Jugendliche nach der Corona-Krise wieder gut auffangen und ihnen neue Zukunftsperspektiven eröffnen zu können.

Die Jugendnetzwerke der Arbeiterkammer Oberösterreich verbinden seit mehr als 10 Jahren Akteure/-innen am Übergang Schule – Arbeit. Die aufgebauten Netzwerkstrukturen in allen Regionen Oberösterreichs bieten mittlerweile 1.200 Systempartner/-innen eine Austausch- und Reflexionsplattform zum Thema Jugendbeschäftigung. Mehr Information über die Jugendnetzwerke: https://www.jugendnetzwerk-ooe.at/