Veranstaltungsrückschau: Tagungen „Digitalisierung und Sucht“ in Freistadt am 21.11.2017 und „Digitalisierung und Werte“ am 29.11.2017 in Grieskirchen

In der Arbeiterkammer Freistadt beleuchteten die Teilnehmer/-innen am 21. November 2017 dabei den Themenschwerpunkt „Digitalisierung und Sucht“, in Grieskirchen stand am 29. November 2017 das Thema „Digitalisierung und Werte“ im Mittelpunkt. Die Digitalisierung bringt rasante Entwicklungen mit sich, verändert die Kommunikation und das Leben jeder/s Einzelnen. Insbesondere für ausgrenzungsgefährdete Jugendliche bringt die digitale Welt nicht nur Möglichkeiten, sondern auch Herausforderungen. Es muss gut darauf geachtet werden, dass gerade schwächere Jugendliche in diesem schnellen digitalen Wandel nicht auf der Strecke bleiben und gut in die Arbeitswelt integriert werden.

In der Arbeiterkammer Freistadt hielt der bekannte Primar Dr. Kurosch Yazdi, Vorstand der Klinik für Psychiatrie mit Schwerpunkt Suchtmedizin des Kepler Universitätsklinikums, Neuromed Campus Linz einen Input zum Thema „Internet, Handy & Co.: vom normalen Gebrauch zur Sucht – Gefahren der Digitalisierung bei jungen Menschen“:

 

Sehr rege fand im Anschluss des Inputs die Diskussion in Kleingruppen statt: Viele haben bereits die Erfahrung gemacht, dass Jugendliche nicht mehr persönlich miteinander sprechen und sich hinter ihren Smartphones verschanzen. Die Internet, Smartphone und die Internetspielsucht zeichnen Entwicklungen, die nicht zu unterschätzen sind. Süchtige Jugendliche, die mehrere Stunden täglich mit Internetspielen verbringen, vernachlässigen oft andere Pflichten, unter Anderem auch einem Bildungsabschluss nachzugehen. Dr. Yazdi hielt unterdessen fest, dass psychische Beeinträchtigungen bei Jugendlichen immer häufiger festzustellen sind. Stabile Beziehungen und persönliche Interaktion schützen oft vor Süchten.

 

Eine Woche später hielt in Grieskirchen Gerald Koller vom Forum Lebensqualität einen Input zum Thema „Werte für die Zukunft – Vom IQ zum WeQ“:

Globalisierung und Digitalisierung bringen in allen Lebensbereichen Umbrüche mit sich, umso wichtiger ist dabei eine Neuorientierung und die Diskussion vorhandener Werte und die Möglichkeit, neue Wege einzuschlagen. Gerald Koller sieht für die Zukunft folgende Entwicklungen: Beziehungen und Gemeinschaft werden wieder mehr an Bedeutung gewinnen. Für die Arbeitswelt bedeutet das, dass gut funktionierende Teams Einzelkämpfer/-innen ersetzen werden. Firmen, die schwächere Jugendliche einstellen, können auf diese Karte setzen. Im Jugendnetzwerk Oberösterreich gibt es einige gute Beispiele, in denen Lehrausbildner/-innen „schwächere“ Jugendliche mit solchen zusammen spannen, die gute Noten und Leistungen erbringen. Sehr schnell wiegen sich die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen auf. Einen Beitrag der Presse über die Veranstaltung finden Sie in der Rundschau Grieskirchen sowie in den Tips Grieskirchen

Die Jugendnetzwerke Oberösterreich vernetzen nicht nur Akteure/-innen am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt mit dem Ziel, dass so mehr ausgrenzungsgefährdete Jugendliche in die Arbeitswelt integrierten werden.

Wir multiplizieren Ideen, subtrahieren Herausforderungen und addieren gute Beispiele und Erfolge. Soziale Innovationen müssen weiter getragen werden, damit auch andere sie übernehmen können. Dieses Ziel verfolgt das Team Jugendnetzwerk permanent.