Junge Menschen in der Stadt

Während früher meist die Vierzehn- bis Neunzehnjährigen als jung bezeichnet wurden, wird heute mit der Phase der Jugend oft das 14. bis 29. Lebensjahr beschrieben. Die Alterspanne der Jugendjahre beinhaltet eine ganze Reihe von Umbrüchen: das Ende der Schulpflicht, der Wechsel von der Ausbildung ins Berufsleben, die Gründung eines eigenen Haushaltes oder gar einer eigenen Familie.

Ungleiche Verhältnisse

Die jungen Bevölkerungsgruppen unterscheiden sich aber nicht nur durch ihr Alter und die spezifische Brüchigkeit dieser Lebensphase von älteren. Die Lebenssituationen junger Menschen sind von Geburt an unterschiedlich; Gleichaltrige kommen nicht mit denselben Chancen zur Welt. Der Geburtsort, die Ressourcenausstattung der Familie und die Absicherung durch den Staat beeinflussen unseren Lebenslauf maßgeblich. Zunehmende gesellschaftliche Pluralisierung und wachsende soziale Ungleichheit prägen auch junge Lebenswelten. Die Studie „Junge Menschen in Wien“ zeigt, dass es auch in Wien junge Menschen gibt, die von schwierigen Lebenslagen betroffen sind, die sich häufig gegenseitig verstärken. So kann es vorkommen, dass man teilzeitbeschäftig ist, in einer zu kleinen Wohnung mit befristetem Mietvertrag lebt und von Armut betroffen ist.

Was die junge Stadt braucht:

  • Chancengerechtigkeit schaffen: Junge Menschen haben unterschiedliche Lebensvoraussetzungen. Diese gilt es mit ausgleichender Politik möglichst abzufedern. So braucht es aktive Maßnahmen gegen Kinder- und Jugendarmut und ein faires Bildungssystem, das alle gleichermaßen fördert. Einen gut ausgebauten Sozialstaat, der Absicherung bietet und ungleiche Chancenverteilung ausgleicht.
  • Leistbares Wohnen sichern: Die eigenen vier Wände sind wichtige Rückzugs- und Erholungsorte. Qualitativ hochwertiges, leistbares Wohnen muss auch für junge Menschen möglich sein. Dafür braucht es mehr geförderte Wohnungen, Mietzinsobergrenzen, die Abschaffung des Lagezuschlags und die Eindämmung befristeter Mietverhältnisse.
  • Freie Räume ermöglichen: Eine lebendige Stadt braucht öffentliche Plätze, die ohne Geld ausgeben zu müssen gut nutzbar sind. Öffentliche Räume dürfen nicht überreguliert werden, sondern sollten Gestaltungsfreiraum bieten. Es sollte Plätze geben, die vielfältige, offene Nutzungen ermöglichen. Neben Fußball- braucht es Basketball- und Volleyballplätze, Skate-Möglichkeiten, Longboard-Strecken und Radwege, Möglichkeiten zum Laufen und Kletterwände. Eintritt in Schwimm- und Hallenbäder sollte für junge Menschen kostenfrei sein. Auch Schulsportplätze und -hallen sollten nach dem Unterricht zur freien Nutzung zur Verfügung stehen.
  • Jugendliche aktiv fördern: Junge Menschen brauchen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und Orte, die sie unabhängig von Geldverfügung nutzen können. Es braucht Jugendzentren, Parkbetreuung, aber auch Räumlichkeiten für Gratiskino, jugendgerechtes Theater und Auftritte von lokalen Bands. Ebenso braucht es mehr Lernplätze in Büchereien mit kostenlosem Zugang zu PC und Internet. Spezielle Förderung sollte zudem jenen jungen Menschen zugutekommen, die weniger Ressourcen zur Verfügung haben.

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