Fünf Jahre Evaluierung psychischer Belastungen

Eine Studie des Instituts für Sozial- und Wirtschaftswissenschaft Linz der Arbeiterkammer OÖ aus dem Herbst 2017 zeigt wie wichtig die Evaluierung psychischer Belastungen ist.

Zeitdruck und fehlende Anerkennung

71 Prozent der befragten Sicherheitsvertrauenspersonen und 86 Prozent der Betriebsratsvorsitzenden geben an, dass die Evaluierungsergebnisse für ihre Tätigkeit eher oder sehr wichtig sind. Gefragt nach den Arbeitsbelastungen herrscht Einigkeit zwischen den Betriebsratsvorsitzenden und den Sicherheitsvertrauenspersonen: Zeitdruck belastet die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am stärksten. Fehlende positive Rückmeldung und fehlende Anerkennung sehen beide befragte Gruppen als zweitstärkste Belastung im Arbeitsleben.

Psychische Belastungen stellen wie körperliche Belastungen eine enorme Gefahr für die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dar. Dies bestätigen die aktuellen Zahlen der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse: Die Anzahl der Krankenstandsfälle aufgrund psychischer Erkrankungen hat sich in Oberösterreich seit 2007 beinahe verdoppelt (2007: 11.419; 2016: 20.660).

Maßnahmen wirken, Tabus brechen

Von den Betriebsratsvorsitzenden gab die überwiegende Mehrheit an, dass konkrete Maßnahmen entwickelt wurden. Im Unterschied dazu konnte unter den Sicherheitsvertrauenspersonen annähernd die Hälfte gar nicht sagen, ob Maßnahmen entwickelt wurden. Im Zusammenhang mit den konkreten Maßnahmen steht die Verbesserung der Gesprächskultur: Von den Betriebsratsvorsitzenden, die von konkreten Maßnahmen sprachen, gaben 72 Prozent an, dass im Betrieb nun offener über das Thema psychische Belastungen gesprochen werden kann. Ein Indiz dafür, dass die Evaluierung psychischer Belastungen eine enttabuisierende Wirkung haben kann.

 

https://media.arbeiterkammer.at/ooe/interessenpolitik/arbeitsbedingungen/ISW_2018_Umsetzung_und_Wirkung_Evaluierung_psychischer_Belas.pdf

 

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